1914–1918

Erster Weltkrieg 1914 bis 1918Ein Krieg.Eine Zäsur.Bis heute.

Was geschah. Was blieb. Warum wir erinnern.

Geschichte betreten

28.07.1914 – 11.11.1918

1914
1918
AI
Die Eröffnungsszene: die Jahreszahlen 1914 und 1918 auf einer aufgebrochenen Steinfläche. Mit AI erstellte Bildelemente.

1914 – 1918

  • Geteilte
  • Länder
  • Veränderte
  • Menschen
  • Ein anderes
  • Europa

Der Erste Weltkrieg 1914 bis 1918 im Überblick

Britische Soldaten des Cheshire Regiment in einem Schützengraben an der Somme, Juli 1916
Britische Soldaten des Cheshire Regiment in einem Schützengraben an der Somme, Juli 1916John Warwick Brooke · Public domain · Wikimedia Commons

Der Erste Weltkrieg begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien und endete an der Westfront am 11. November 1918. Dazwischen liegen 1.568 Tage, rund 70 Millionen mobilisierte Soldaten und etwa neun bis zehn Millionen Gefallene. Vier Kaiserreiche vergingen, und die Landkarte Europas wurde neu gezeichnet.

Dieses Portal ordnet den Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 in vier Bereichen. Der erste behandelt Ursachen, Kriegsverlauf und Folgen in zusammenhängenden Darstellungen. Der zweite nimmt die Menschen und ihre Spuren in den Blick. Der dritte verzeichnet die Erinnerungsorte in 58 Ländern. Der vierte sammelt Literatur, Medien und Bildungsmaterial.

Der Erste Weltkrieg 1914 bis 1918 ist damit von zwei Seiten erschlossen: als Ereignis und als Erinnerung. Wer sich dem Thema zum ersten Mal nähert, beginnt am besten mit den Ursachen: Was 1914 geschah, lässt sich ohne die Jahrzehnte davor nicht verstehen. Wer nach einer bestimmten Person oder einer bestimmten Grabstätte sucht, findet den Weg dorthin in der Anleitung zur Gräbersuche.

Europa im Ersten Weltkrieg – Zugehörigkeit der Gebiete 1914Heutige Staatsumrisse, eingefärbt nach der Zugehörigkeit des Gebiets im Jahr 1914. Die Auswahl ist auch über die Liste unter der Karte möglich.
  • Mittelmächte
  • Entente
  • Neutral
  • Späterer Kriegseintritt

Umrisse: heutige Staatsgrenzen (Natural Earth, gemeinfrei). Die Färbung zeigt, welcher Macht das Gebiet 1914 angehörte – sie bildet nicht die Grenzverläufe von 1914 ab.

Mittelmächte

Deutsches Reich

Heutiges Gebiet: Germany · Kriegseintritt: 1. August 1914

Flagge: Deutsches Reich 1867–1918
Hoheitszeichen 1914

Das Deutsche Reich trat am 1. August 1914 mit der Kriegserklärung an Russland in den Krieg ein und marschierte zwei Tage später in Luxemburg und Belgien ein. Es kämpfte an zwei Fronten und war 1918 der letzte Verbündete der Mittelmächte, der kapitulierte.

Führungsmacht der Mittelmächte. Der Krieg wurde fast ausschließlich außerhalb der eigenen Grenzen geführt; die Rückwirkungen trafen das Reich über Blockade, Rationierung und Massenverluste dennoch bis in jedes Dorf.

  1. 1. Aug. 1914Kriegserklärung an Russland, Generalmobilmachung
  2. Aug./Sep. 1914Vormarsch durch Belgien, Halt an der Marne
  3. Feb.–Dez. 1916Schlacht um Verdun
  4. 11. Nov. 1918Waffenstillstand von Compiègne
Quellen zu den historischen Angaben
Die Ruine der Martinskathedrale von Ypern im Jahr 1918
Die Ruine der Martinskathedrale von Ypern im Jahr 1918Unbekannt · Public domain · Wikimedia Commons
Beteiligte Staaten
über 30
Mobilisierte Soldaten
rund 70 Mio.
Gefallene Soldaten
etwa 9–10 Mio.
Dauer
1.568 Tage

Größenordnungen nach dem Forschungsstand; die Zahlen schwanken je nach Zählweise und Quellenlage. Quellen

„Städte in Trümmern, Gesellschaften im Wandel." Vier Jahre Krieg veränderten nicht nur Grenzen, sondern die Art, wie Europa über sich selbst sprach. Was daraus folgte, behandelt das Kapitel Folgen und Nachkriegsordnung.

Was bleibt,
sind Spuren.

Objekte, Biografien und Orte erzählen von den Menschen hinter der Geschichte.

Ein Feldpostbrief, eine Namensplatte im Rasen, ein Bahnsteig, von dem aus ein Zug abfuhr: Der Erste Weltkrieg ist in Europa nicht als Epoche gespeichert, sondern als Rest. Wer diesen Resten nachgeht, kommt näher an das Geschehen heran als jede Zahlenreihe.

Perspektiven entdecken

Der deutsche Soldatenfriedhof Langemark in Flandern mit flachen Namensplatten im Rasen
Ausgebauter Schützengraben an der Ostfront des Ersten Weltkriegs
Handschriftliche Feldpostkarte eines deutschen Soldaten aus dem Jahr 1917

Deutscher Soldatenfriedhof Langemark (BigBlobfish, CC0) · Schützengraben an der Ostfront (Fortepan 85689, gemeinfrei) · Feldpostkarte 1917 (gemeinfrei) · alle über Wikimedia Commons

  • Orte
  • Objekte
  • Biografien
  • Erinnerung

Orte
verbinden
Geschichte
mit heute

Erinnerung
hat einen Ort.

Die Liste verzeichnet 5.193 Kriegsgräberstätten in 58 Ländern.

Das Beinhaus von Douaumont bei Verdun mit dem davorliegenden Gräberfeld
Das Beinhaus von Douaumont bei Verdun mit dem davorliegenden GräberfeldUnbekannt · Public domain · Wikimedia Commons

Stille
bewahrt
das
Gedächtnis

Wissen für heute

Fragen bleiben.
Antworten zählen.

Acht Fragen, die immer wieder gestellt werden – knapp beantwortet, mit dem Weg zur ausführlichen Darstellung.

Helle Steinwand mit feinen Rissen
AI
Andere Fragen. Neue Perspektiven.Mit AI erstelltes Bild

Häufige Fragen

08 Fragen

Wie begann der Erste Weltkrieg?

Am 28. Juni 1914 erschoss Gavrilo Princip in Sarajewo den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie. Aus dem Attentat wurde binnen fünf Wochen ein europäischer Krieg: Österreich-Ungarn stellte am 23. Juli ein Ultimatum an Serbien und erklärte am 28. Juli den Krieg. Russland mobilisierte zugunsten Serbiens, das Deutsche Reich erklärte am 1. August Russland und am 3. August Frankreich den Krieg. Mit dem Einmarsch in Belgien trat am 4. August Großbritannien ein.

Ausführlich: Ursachen und Kriegsausbruch

Was veränderte der Krieg?

Vier Imperien verschwanden – das deutsche, das österreichisch-ungarische, das russische und das osmanische. An ihre Stelle traten neue Staaten von Finnland bis Jugoslawien. Der Krieg beschleunigte das Frauenwahlrecht in mehreren Ländern, industrialisierte das Töten und hinterließ eine Generation, die Krieg als Massenerfahrung kannte. Die Friedensordnung von 1919 trug Konflikte in sich, die zwei Jahrzehnte später erneut ausbrachen.

Ausführlich: Folgen und Nachkriegsordnung

Wie erinnern wir heute?

Erinnerung hat einen Ort: Soldatenfriedhöfe, Denkmäler in fast jedem Dorf, Museen und Archive. In Deutschland ist der Volkstrauertag zwei Sonntage vor dem ersten Advent der zentrale Gedenktag. Zugleich verlagert sich die Erinnerung ins Digitale – Gräbersuchen, digitalisierte Feldpost und Online-Editionen machen Einzelschicksale sichtbar, wo früher nur Zahlen standen.

Ausführlich: Volkstrauertag · Gegen das Vergessen

Wer kämpfte gegen wen?

Auf der einen Seite die Mittelmächte: das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn, ab Ende Oktober 1914 das Osmanische Reich, ab Oktober 1915 Bulgarien. Auf der anderen die Entente: Frankreich, das Russische Kaiserreich und Großbritannien, dazu Belgien und Serbien, die 1914 angegriffen wurden. Später kamen Italien (1915), Rumänien und Portugal (1916) sowie die Vereinigten Staaten und Griechenland (1917) hinzu. Italien gehörte ursprünglich dem Dreibund an und wechselte die Seite.

Welche Macht 1914 welches Gebiet hielt, zeigt die Karte Europa 1914.

Wie viele Menschen starben im Ersten Weltkrieg?

Etwa 9 bis 10 Millionen Soldaten und eine vergleichbare Größenordnung an zivilen Opfern. Die Zahlen gehen zwischen den Darstellungen um Millionen auseinander, und das liegt selten an schlechter Recherche, sondern an der Abgrenzung: Werden an Wunden Verstorbene mitgezählt? Die Opfer der Grippepandemie von 1918? Die von Hunger unter der Blockade? Die der Folgekonflikte bis 1923? Für mehrere Kriegsschauplätze, besonders im Osmanischen Reich und in Osteuropa, existieren gar keine belastbaren Register.

Warum gilt der Erste Weltkrieg als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts"?

Weil fast alles, was das Jahrhundert prägte, aus ihm hervorging: der Zerfall von vier Imperien, die russische Revolution, die Neuordnung Ostmitteleuropas, eine Friedensordnung, die keine zwanzig Jahre hielt, und die Erfahrung industrialisierter Massentötung. Der Ausdruck stammt von dem amerikanischen Diplomaten und Historiker George F. Kennan und hat sich in der deutschsprachigen Geschichtsschreibung durchgesetzt.

Was der Krieg konkret hinterließ, behandelt das Kapitel Folgen und Nachkriegsordnung.

Wo finde ich Fotos, Briefe und Dokumente?

Digitalisierte Selbstzeugnisse und Objekte führt Europeana 1914–1918 zusammen, wissenschaftlich gesicherte Artikel die frei zugängliche Enzyklopädie 1914-1918-online. Originalquellen liegen in den Landes- und Bundesarchiven, deren Findmittel online stehen. Für die Suche nach einer bestimmten Person sind die digitalisierten Verlustlisten der übliche Einstieg.

Eine geordnete Übersicht nach Ländern steht unter Internetangebote.

Wie finde ich ein Kriegsgrab?

Die Kriegsgräberliste dieses Portals verzeichnet Kriegsgräberstätten in 58 Ländern, von der Dorfgrabstelle bis zur großen Sammelanlage. Wer einen bestimmten Namen sucht, beginnt mit dem Sterbeort oder der letzten Feldpostadresse und arbeitet sich über die zuständige Grabstätte vor.

Schritt für Schritt: Gräbersuche · Zur Kriegsgräberliste

1914 – 1918 · Wichtige Wegmarken

28. Juni 1914
Attentat von Sarajewo
28. Juli 1914
Kriegserklärung an Serbien
4. August 1914
Einmarsch in Belgien
23. Mai 1915
Kriegseintritt Italiens
Februar 1916
Schlacht um Verdun
6. April 1917
Kriegseintritt der USA
3. März 1918
Friede von Brest-Litowsk
11. November 1918
Waffenstillstand

Ein europäisches Gedächtnis

Die gemeinsame Erinnerung an diesen kollektiven Albtraum, seine Ursachen und Auswirkungen gehört zum europäischen Integrationsprozess. Trotz aller Unterschiede in den nationalen Gedenkkulturen zeigt sich das in immer mehr sprach- und länderübergreifenden Initiativen und Angeboten, selbst in Bereichen wie Casino Online Angeboten.

„Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen! Nirgendwo besser, nirgendwo eindringlicher, nirgendwo bewegender ist zu spüren, was das europäische Gegeneinander an Schlimmstem bewirken kann."

Jean-Claude Juncker, Gedenkrede im Deutschen Bundestag zum Volkstrauertag 2008

Europäische Kontaktgruppe · Internetangebote aus 12 Ländern · Volkstrauertages

Jean-Claude Juncker Biografie